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Bye Bye flickr

01.11.2018
flickr

Fast 13 Jahre war ich flickr-Mitglied. Seit heute nicht mehr.

Eine Preiserhöhung von 25$/€ auf 50$/€ ruiniert mich nicht. Aber sie war der letzte Tropfen, der das Faß zum überlaufen brachte.

Erst wurde die Startseite meines Accounts ruiniert: Statt 6 oder 12 Bilder (oder waren es 4 oder 8) zeigen zu können, wurde dieser unsägliche Bilderbrei, bei dem, ohne jede Struktur, Bild an Bild aufgereiht wird eingeführt.
Sehr oft organisieren sich meine Bilder in Serien. Und ich genoß es und es war eine Herausforderung für mich, genau diese Struktur zu finden und zu zeigen.

Dann schlug die amerikanische Prüderie zu. Wegen vier Bildern, die entblößte, weibliche Brüste und ein paar Schamhaare zeigten, entfernte flickr alle meine Bilder aus allen Gruppen, in die ich sie gepostet hatten.
Wäre ich wirtschaftlich von einem flickr-Account abhängig, der Einbruch der Zugriffe auf meine Bilder, hätte zum Problem werden können.
Zum Glück mache ich meine Bilder nur zu meinem und dem Spass der Betrachter meiner Bilder.

Ach ja, Gruppen auf flickr:
Dann kam auch noch die Beschränkung, das Bilder in maximal 60 Gruppen sein dürfen.
Meine Film, SW, Bokeh, Mittelformat Bilder passten in deutlich mehr Gruppen. Ein Bild, das in vielleicht 150 Gruppen ist, ist für mich noch lange kein Group Spamming.

Haben Sie schon einmal versucht den Support von flickr oder den der anderen der großen Digitalkonzerne zu erreichen?
Nach langer Suche fand ich eine EMail-Adresse. Die Antworten auf meine Fragen zu, der unsichtbar Machung meines Accounts, der Meldung zweier technischer Fehler brachten nichts, außer automatisch erzeugter Emails.

Und seit einer Weile grummelt es in mir:
Das Internetz zentralisiert sich immer mehr. Facebook, Google, Apple, Amazon. Ich müsste noch Instagram, Youtube, WhatsApp, ... aufzählen. Aber auch diese Dienste gehören den großen digital Konzernen.
Die ursprünglichen Ideen des Internetz gehen verloren:

  • dezentral
  • gleichberechtigt

Wenn Sie diesen Artikel lesen, wissen Sie, das ich eine eigene Homepage betreibe.
Damit meine private Homepage sichtbar ist, muss sie auf Google zu finden sein.
Das ist sie nicht mehr. Und ich habe weder die Zeit, noch die Lust, meine Homepage an die, sich ständig geänderten Anforderungen von Google anzupassen. Nur weil sich deren "Regeln" ändern, baue ich meine Homepage nicht um.
Das Ergebnis daraus ist/war, meine Bilder auf flickr wurden jeden Tag zwischen 1,5 bis 3 Tausend mal gesehen. Wenn es, im Monat auf meine Homepage knapp 1000 Zugriffe gibt, war es ein "guter" Monat.

 

Ich habe lange für eine Firma gearbeitet, die extrem von ihrer Sichtbarkeit auf Google abhängig war.
Das damalige Entwicklungsmodell würde ich als GDD (Google driven Development) bezeichnen.
Für einen Hobbyisten, wie mich ist das nicht zu leisten. Professionell verdiene ich, unter anderem, meinen Lebensunterhalt damit.

Nach meinem flickr-Abschied, damit bin ich mit allen "sozialen"-Medien durch. Trotzdem überlege ich, wie etwas wie https://www.flickr.com/groups/muenster_analog/ dezentral funktionieren könnte.

Die sogenannten sozialen Medien:
Im wirklichen Leben verabrede ich mich mit Menschen. Ja, da sind auch Frauen dabei und einige von denen verspäten sich regelmäßig. Sie "verspäten" sich. Damit muss ein Mann leben.
Termine, rein elektronisch vereinbart, verlaufen anders:
9 Zusagen von flickr Münster analog Mitgliedern, ich reserviere 9 Plätze, in einer der Kneipen, in die ich gerne gehe, es erscheinen, inklusive mir, drei Personen.
Die Mietglieder von flickr Münster analog sind keine Bunken. Das sind gebildete, kultivierte, intelligente Menschen. Aber meine Erfahrung ist, wenns digital verabredte wurde, ist es beliebig, belanglos ...

Bye Bye flickr

Bye Bye elektronisch Kommunikation, mit Menschen, die nicht in meinem innerem Kreis sind.